1.-Mai-Kundgebung in der Pfalz

"Erst unsere Jobs, dann eure Profite!"

01.05.2026 | Mehrere hunderte Teilnehmende und Demonstrierende setzen Zeichen gegen Job-Kahlschlag und Sozialabbau - Positives Zwischenfazit zu Betriebsratswahlen in der Pfalz - Birgit Mohme: „Arbeitgeber müssen endlich Verantwortung übernehmen und den Abbau stoppen!“

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Speyer und Ludwigshafen: Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ hat die IG Metall Geschäftsstelle Ludwigshafen-Frankenthal am Tag der Arbeit ein klares Signal für sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit gesetzt. Mehrere hunderte Beschäftigte demonstrierten und nahmen an den Kundgebungen am 1. Mai in Speyer und Ludwigshafen gegen Jobabbau, steigende Lebenshaltungskosten und neue Angriffe auf Arbeitnehmerrechte teil.

„Deutschland steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Jeden Monat gehen zehntausende Industriearbeitsplätze verloren, Standorte werden geschlossen oder verlagert. Das geht auch an unserer Region nicht vorbei. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben berechtigte Angst um ihre Zukunft. Doch statt Verantwortung zu übernehmen, greifen Arbeitgeber und Teile der Politik die Beschäftigten an“, sagte Birgit Mohme, Geschäftsführerin der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal.

Die IG Metall macht klar: Die Beschäftigten tragen nicht die Verantwortung für die Krise.

„Die Beschäftigten arbeiten hart, halten die Betriebe am Laufen und sichern den Wohlstand dieses Landes. Wer jetzt so tut, als wären längere Arbeitszeiten, Sozialabbau oder Lohndruck die Lösung, verschärft die Krise – und verspielt Vertrauen“, so Mohme mit Blick auf angekündigte Einschnitte und die laufende Reformdebatte.

Von den Unternehmen fordert die IG Metall mehr Verantwortung. „Wenn unter kurzfristigem Renditedruck Investitionen verschoben, Standorte infrage gestellt und Arbeitsplätze abgebaut werden, schadet das dem gesamten Wirtschaftsstandort. So wird der Wohlstand in den Regionen zerstört – auch hier bei uns “, sagte Birgit Mohme.

Mit einer lauten, geschlossenen und eindrucksvollen Beteiligung an der Maikundgebung in der Walderholung Speyer haben die Beschäftigten von MANN+HUMMEL Speyer am 1. Mai unmissverständlich klar gemacht: Die angekündigte Schließung des Standorts wird nicht akzeptiert.

Unter dem DGB‑Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“ machten die Kolleginnen und Kollegen gemeinsam mit weiteren Belegschaften aus der Region ihren Widerstand öffentlich sichtbar. Zahlreiche Beschäftigte folgten dem gemeinsamen Aufruf von DGB und IG Metall. Transparente, Sprechchöre und Wortbeiträge sendeten eine deutliche Botschaft: Der Standort Speyer hat eine Zukunft – aber nur mit einer verbindlichen Vereinbarung zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Perspektiven.

Bereits im Vorfeld hatte die Ankündigung der vollständigen Schließung des Standorts bis Ende 2028 für massive Verunsicherung und Empörung gesorgt. Bei der Betriebsversammlung am 21. April 2026 wurde der Unmut der Belegschaft deutlich hörbar. Rund 450 Beschäftigte nahmen teil und machten in der Fragerunde mit der Geschäftsführung klar, dass sie diese Entscheidung nicht hinnehmen werden.

„Der Protest am 1. Mai hat unmissverständlich gezeigt: Die Beschäftigten akzeptieren die geplante Standortschließung nicht. Wer 81 Jahre Standortgeschichte einfach beenden will, ohne Alternativen ernsthaft zu prüfen, handelt verantwortungslos. Wir fordern eine verbindliche Zukunftsvereinbarung für Speyer, die Arbeitsplätze sichert und dem Standort eine Perspektive gibt. Alles andere ist nicht hinnehmbar“, erklärte Wladislaw Wolter, politischer Sekretär der IG Metall Ludwigshafen‑Frankenthal, am Rande der Kundgebung.

Betriebsrat und IG Metall kritisieren insbesondere, dass die Entscheidung zur Schließung ohne vorherige Einbindung der Interessenvertretung oder der Gewerkschaft getroffen wurde. Weder mildere Mittel noch Alternativkonzepte oder strategische Weiterentwicklungen für den Standort wurden ernsthaft geprüft.

Dabei ist klar: Die geplante Stilllegung ist keine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern eine strategische Entscheidung zulasten der Beschäftigten. Selbst die Geschäftsführung räumt ein, dass die Leistung, Qualifikation und Einsatzbereitschaft der Belegschaft nicht der Grund für die Schließung sind.

Betriebsrat und IG Metall stehen weiterhin in engem Austausch und arbeiten konsequent an Zukunftsperspektiven für den Standort Speyer. Ziel bleibt eine verbindliche Zukunftsvereinbarung, die Beschäftigung sichert und dem Werk eine industrielle Perspektive eröffnet. Das gemeinsame Motto lautet weiterhin: „Zukunft durch Widerstand!“

„Der 1. Mai war ein starkes und öffentliches Signal an das Unternehmen: Erst unsere Jobs, dann eure Profite. Die Beschäftigten erwarten keine leeren Ankündigungen, sondern verbindliche Zusagen für den Erhalt des Standorts. Dafür gibt es breite Solidarität aus der Region – und die IG Metall wird diesen Prozess entschlossen begleiten“, betonte Birgit Mohme, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Ludwigshafen‑Frankenthal.

Die IG Metall stellt abschließend klar:
Die Belegschaft hat am 1. Mai ein kraftvolles Zeichen gesetzt. Die Standortschließung wird nicht akzeptiert. Gefordert wird eine Zukunftsvereinbarung für Speyer. Bislang gibt es dazu keine Reaktion der Geschäftsführung.

Unser Appell ist eindeutig:
Nur organisierte Beschäftigte, die geschlossen auftreten und gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft handeln, können in solchen Auseinandersetzungen das maximal Mögliche erkämpfen. Zusammenhalt, Solidarität und Entschlossenheit sind der Schlüssel, um Arbeitsplätze, Perspektiven und industrielle Zukunft zu sichern.

Öffentliche Förderung darf es nach Überzeugung der IG Metall nur gegen klare Bedingungen geben: Investitionen, Arbeitsplatzsicherung und Standorttreue. „Erst Zukunftsinvestitionen für unsere Arbeitsplätze, dann eure Profite.“

Zu den noch bis Ende Mai laufenden Betriebsratswahlen zieht die IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal ein positives Zwischenfazit: „Trotz mancher Angriffe – von Arbeitgebern wie von demokratiefeindlichen politischen Kräften – zeichnet sich ein klares Ergebnis ab. Die IG Metall ist der Gewinner der Betriebsratswahlen in den Betrieben in der Pfalz“, betonte Birgit Mohme.  „Die gute Arbeit unserer hoch engagierten Betriebsrätinnen und Betriebsräte zahlt sich aus.“

Von: mf

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